Zwangsarbeit und AG Weser

Die Geschichte des Bremer Stadtteils Gröpelingen ist bestimmt von seinen Häfen und seinem lange Zeit wichtigsten Arbeitgeber – der AG Weser. Während des Zweiten Weltkriegs war die AG Weser intensiv an der Rüstungsproduktion und der Herstellung von U-Booten für das nationalsozialistische Regime beteiligt. In den letzten Kriegsmonaten sollten KZ-Häftlinge den eklatanten Mangel an Arbeitskräften ausgleichen. Auf dem Gelände des Schützenhofs in der Bromberger Straße bestand für wenige Monate, von Dezember 1944 bis Anfang April 1945, ein Außenlager des KZ Neuengamme, in dem einige hundert Männer inhaftiert waren. Ihr Weg führte sie Tag für Tag mitten durch Gröpelingen. Es sind die Namen von 257 Menschen bekannt, die das Lager und die Zwangsarbeit bei der AG Weser nicht überlebt haben.


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Foto: blauer-sonntag.de

Wir laden Sie zu einem Audiowalk ein,

der die vergessene Geschichte des Zwangsarbeiterlagers und seiner Häftlinge erzählt. Auf dem Rundgang durch Gröpelingen vom „Schützenhof“ zum Hafen werden Geschehnisse rund um das Lager und seiner Nachbarschaft im heutigen Stadtraum hörbar. Hören Sie die Erinnerungen von Überlebenden und ihren Angehörigen, von früheren Nachbarn, die den täglichen Weg der Häftlinge zum Arbeitsort bei der AG Weser gesehen haben und hören Sie auch von den Erfahrungen derjenigen, die sich in den letzten Jahrzehnten für die Erinnerung an das Lager eingesetzt haben. Die bislang letzte Etappe der Aufarbeitung des Ortes stellt eine Lehrgrabung unter Leitung der Bremer Landesarchäologin Prof. Dr. Uta Halle dar, die mit Studierenden der Universität Bremen im April und Mai 2018 stattgefunden hat.

Der Audiowalk und die Ergebnisse der Lehrgrabung sind am Tag des offenen Denkmals 2018 im Beisein von Bürgermeister Dr. Carsten Sieling der Öffentlichkeit präsentiert worden.

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